Der Headframe-Blog und die Metaebene – Was macht eigentlich eine Bloggerin?

16.02.2016 |  | Headframe inside | Keine Kommentare

Als wir vor einigen Jahren bei unserem Firmenevent den Beschluss fassten, einen Blog ins Leben zu rufen, war die Begeisterung nicht gerade überbordend. Anstoß erhielt dieses interne Projekt natürlich von unserem Mann für Kommunikations- und sonstige Trends, der einzige, der wirklich euphorisch war! Die übrigen Mitarbeiter machten eher lange Gesichter – worüber sollten sie denn auch schreiben?

Da ich nun keinen sinnstiftenden technischen Beitrag leisten kann (im Gegensatz zu Maren Melzer kann ich das wirklich nicht), liegt die komplette menschliche Existenz wie das Füllhorn der Pandora vor mir und ich kann aus dem Vollen des alltäglichen Wahnsinns schöpfen! Das kann ja auch mal ein Vorteil sein – also setze ich mich Carrie-Bradshaw-like an meinen Laptop [wenn das jetzt jemand googeln muss, ist er entweder männlich, ein hoffnungsloser Techie (oder beides) oder weit unter dreißig].

Aber egal – ich klappe also wie die gute alte Carrie meinen Laptop auf, gucke zwar nicht auf die nächtlichen Straßen New Yorks, sondern auf den VW-Bus meines Nachbarn im Hinterhof einer Kleinstadt im Ruhrgebiet – aber: Ich kann schreiben, was mir gerade in den Sinn kommt – also schreibe ich doch über das, was ich gerade tue – über das Bloggen. Tatsächlich scheint der Begriff des „Bloggers“ oder der „Bloggerin“ so was wie eine Berufsbezeichnung geworden zu sein, zumindest wenn ich den einschlägigen Zeitschriften, auf deren Titelseiten abwechselnd Heidi Klum oder Silvie Meis prangen – je nachdem, bei wem die Kacke gerade mehr am Dampfen ist.

Dort jedenfalls tummelt sich neben drogenabhängigen Sängerinnen, unterdurchschnittlich intelligenten Casting-Show-Teilnehmerinnen (das Adjektiv hätte ich mir sparen können, es spricht auch niemand von einem weißen Schimmel) und halb verhungerten Models eben jene Spezies der Bloggerin, besonders ausgeprägt in der Gattung der Mode-Bloggerin. Nach allem, was ich herausfinden konnte, tun diese Frauen nichts, als a) über das Outifit anderer Frauen zu lästern oder b) eben jenes in den Himmel zu heben, gerne mit dem grammatikalisch äußerst anspruchsvollen Sprachrudiment „haben will!“ versehen.

Dabei sieht die Bloggerin selbst extrem bescheuert aus (war die mal mit dem Fummel Brötchen holen oder so – hat da keiner was gesagt????), steht aber jeder Kritik einer Provinztussi wie mir erhaben gegenüber, zeichnet sie sich doch durch eine Wahnsinnsexpertise aus, gerne belegt durch die Verwendung der korrekten Namen irgendwelcher Handtaschen, die mindestens 2.000,- Euro kosten, sogenannter It-Bags, häufig am Arm gleichnamiger It-Girls baumelnd. Diese wiederum erinnern stark an die Bloggerin, nur mit dem Unterschied, dass letztere zumindest noch einer Tätigkeit nachgeht (Arbeit wollen wir das jetzt nicht nennen), während das It-Girl laut Verena Stehle von der SZ sich wie folgt vom Rest der Weiblichkeit abgrenzt: „Kann nichts, tut nichts – ist berühmt“.

Will die Bloggerin vielleicht noch werden. Lieber Dirk, der Du jeden Scheiß mitmachst, und uns alle auch noch dazu antreibst – Danke für den Blog! Selten hatte ich so viel Spaß bei der Arbeit (trotz des VW-Busses vor dem Fenster!) – und den technischen Beitrag überlasse ich Maren, unserem IT-Girl – nicht zu verwechseln mit dem It-Girl, denn Maren kann ja was!

 

 

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Dies ist nur ein GravatarChristiane Pütz

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