Die neue ISO 14001:2015: Was müssen Kunden tun, um „sauber“ zu sein?

16.01.2015 |  | Berateralltag | Keine Kommentare

In den letzten Monaten wurden bei einem unserer Kunden die umweltbezogenen Prozesse definiert und in das Unternehmen ausgerollt. Dabei wurde mir die Bedeutsamkeit solch einer Norm für das Unternehmen bewusst und wieviel davon abhängt, ob diese beachtet wird oder nicht. Es gehört heutzutage einfach zum guten Ton für viele Unternehmen, diese Norm  zu erfüllen und sich auch dafür zertifizieren zu lassen.

Viele Kunden fordern außerdem die Einhaltung dieser Norm, da sie ihre Produkte nach außen ebenfalls als „sauber“ verkaufen möchten. In diesem Artikel erläutere ich die Unterschiede zur ISO 14001:2001 und werde diese kurz zusammenfassen.

Seit 1996 blieb die Norm bis auf kleine Änderungen unverändert. Nun wurde sie grundlegend überarbeitet, daher ist es nun wichtig, sich neue Strukturen und Inhalte vor Augen zu führen.Die ISO 14001:2015 basiert auf einem neuen Aufbau, welcher nach und nach in alle ISO Normen übertragen wird. Man spricht hier von „High Level Structure“ HLS.

Diese HLS ist nach folgender Struktur aufgebaut:

  • Anwendungsbereich
  • Normative Verweise
  • Begriffe und Definitionen
  • Kontext der Organisation
  • Führung
  • Planung
  • Unterstützung
  • Operative Tätigkeiten
  • Leistungsbewertung
  • Verbesserung

 

Was ist neu in der ISO 14001:2015?
Erweiterte Umweltbewertung: Sie schließt die Berücksichtigung von Aspekten aus dem gesamten Lebenszyklus mit ein. Weiterhin erhalten die Beziehungen zwischen Umweltaspekten und Umweltauswirkungen und die Betrachtung der Ursache und Wirkung einen wesentlich höheren Stellenwert.

  • Risiko- und Chancenmanagement: Dieses enthält eine systematische Ermittlung und Überwachung von internen und externen Angelegenheiten des Unternehmens, die das Managementsystem beeinflussen können.
  • Stärkere Gewichtung von Führung (Leadership) und Verpflichtung des Top-Managements, Verantwortung für die Effektivität des Managementsystems zu übernehmen.
  • Größerer Fokus auf Ziele als Treiber für Verbesserungen und die damit verbundenen Planung, um diese Ziele zu erreichen.
  • Höhere Anforderungen an die Leistungsbewertung des UMS, inklusive der Notwendigkeit, Kriterien und Indikatoren festzulegen, um die Umweltleistung zu analysieren und zu bewerten.
  • Größere Gewichtung von Umweltanforderungen bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen und der Kontrolle von Outsourcing-Prozessen.
  • Erweiterte Anforderungen in Bezug auf die interne und externe Kommunikation, einschließlich der Notwendigkeit zu bestimmen, was, wann und wie (Methoden) zu kommunizieren ist.

 

Eine der Fragen, welche diverse Anwender beschäftigt, ist, wieviel Zeit für die Umstellung nach Veröffentlichung der neuen Norm bleibt. Es wird erwartet, dass die Umstellungsfrist drei Jahre ab Veröffentlichung der neuen Norm beträgt. Falls die Norm im September 2015 veröffentlicht wird, haben Unternehmen also bis September 2018 Zeit für die Umstellung. Falls Sie die Norm in ausgedruckter Form benötigen, kann diese im Beuth Verlag erworben werden Link.

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Dies ist nur ein GravatarDavid Brothanek

Zielstrebiger Analytiker mit ausgeprägtem Organisationstalent.

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