Innovator von MID: Ein weiteres BPMN Tool im Headframe Check

14.03.2014 |  | Allgemein | 2 Kommentare

Die serverbasierten Software Innovator der Firma MID GmbH ist ein weit verbreitetes Tool zur IT- und Prozessmodellierung, welches im Umfeld von Software-Entwicklungsprojekten, im Business Process Management und im Enterprise Architecture Management bei unserem Kunden zum Einsatz kommt. Ein Grund für uns den Innovator hier als weiteres BPMN Tool einem Headframe Check unterziehen.

Die Innovator Enterprise Modeling Suite ist ein umfassendes Tool, welches vier verschiedene Editionen beinhaltet:

  • den Innovator for Business Analysts , der ein klassisches Modellierungstool für Geschäftsprozesse ist
  • den Innovator for Database Architects, ein Werkzeug zur Datenmodellierung, z.B. mit Entity Relationship Modellen
  • den Innovator for Software Architects, der ein objektorientiertes Modellieren mit UML 2.3 ermöglicht und
  • den Innovator for Enterprise Architects zur Modellierung von Unternehmensarchitekturen

Die serverbasierte Software ist ein Produkt der Firma MID GmbH und kann auf deren Homepage als 60-Tage-Testversion kostenlos heruntergeladen werden. Danach muss die Software käuflich erworben werden.

Auf der Homepage stehen einige Videos zur Verfügung, in denen ein Überblick über das Programm und die einzelnen Diagrammtypen gegeben wird. Ein Tutorial gibt es allerdings nicht, dafür aber eine Hilfe im Programm selbst. Diese unterstützt den Anwender bei den ersten Schritten mit dem Innovator. Ein Demobeispiel hilft dabei, sich einen ersten Eindruck über die sehr umfangreichen Modellierungsmöglichkeiten zu verschaffen.

Die Benutzeroberfläche ist im Microsoft Office Look and Feel gehalten, so dass man sich auch bei der ersten Benutzung recht schnell zurechtfindet. Die verschiedenen Toolfenster können alle verschoben werden und ermöglichen eine individuelle Gestaltung der Benutzeroberfläche. Im Innovator for Business Analysts werden die Prozessmodelle in BPMN 2.0 (Business Process Model and Notation) modelliert.

Die Objekte lassen sich durch die Drag-and-Drop-Funktion recht einfach und intuitiv von der Diagrammleiste zur gewünschten Position ziehen. Klickt man auf ein platziertes Diagrammelement, erscheint eine Auswahl von zwei Kantentypen: der Sequenzfluss, mit dem der weitere Prozessverlauf modelliert werden kann, und die Datenassoziation, die der Modellierung von Informationsobjekten dient (z.B. Services, Masken, Datenquellen). Entscheidet man sich für eine Kante, wird eine automatische Vorauswahl mit allen weiteren möglichen Objekten angezeigt. Darüber hinaus passt die Software Objekte intelligent an. Modelliert man beispielsweise ein Ereignis, erkennt sie automatisch, ob es sich hierbei um ein Zwischenereignis oder ein Endereignis handelt, und passt diese gegebenenfalls eigenständig an.  Alle Informationen liegen auf einem zentralen Server und können somit von mehreren Modellierern und auch von verteilten Teams genutzt werden. Darüber hinaus verfügt die Software über ein intelligentes Sperrkonzept, das gegenseitiges Überschreiben der Modelle verhindert. Eine Kommentarfunktion ermöglicht es, Änderungen, Fragen oder Anmerkungen übersichtlich zu kommunizieren.

Eine Besonderheit stellt das Whiteboard-Diagramm dar. Dieses dient der Visualisierung komplexer Zusammenhänge von Elementen in unterschiedlichen Diagrammen, die unter Umständen in verschiedenen Modellierungssprachen modelliert sind. Zieht man ein Diagramm aus dem Funktionsbaum in das Whiteboard-Diagramm, lassen sich Querverbindungen und Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Objekten erstellen. Diese Übersicht kann dann zum Beispiel als Grundlage für Besprechungen zwischen Fachbereichen und IT oder Technikern herangezogen werden. Ein zusätzlicher Nutzen der Verknüpfung von Objekten besteht darin, dass bei Änderungen an einem Objekt gegebenenfalls Objekte in verknüpften Diagrammen gleich mitgeändert werden. Dies kann den Pflegeaufwand erheblich minimieren.

Insgesamt ist die Innovator Enterprise Modeling Suite ein umfassendes Tool, das das integrierte Arbeiten verschiedener Rollen aus unterschiedlichen Perspektiven eines Unternehmens erlaubt. Durch die zahlreichen Funktionalitäten dauert es erst einmal, bis man sich eingearbeitet hat, dafür ist die Software durch die Gestaltung im Microsoft-Office Stil sehr benutzerfreundlich. Wünschenswert wäre jedoch noch ein zusätzliches Tutorial, in dem man das Demobeispiel der Autovermietung selber nachmodelliert. Hierdurch würde man als Erstnutzer einen strukturierteren und umfangreicheren Einblick in die Software erhalten.

 

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Dies ist nur ein GravatarTheresa Mühl

Unsere engagierte und versierte Beraterin u.a. für die Bereiche Prozessmanagement-Methoden und –Tools.

Alle Kommentare
  • Manfred Münch

    30.04.2014, 14:08 Uhr

    Vielen Dank für den Headframe Check. sehr gelungen! Wir sind in einer Systemevaluierung und favorisieren IYOPRO. Gibt es hierzu einen Vergleich oder auch einen Headframe Check ?

    • Dirk Pütz

      05.05.2014, 06:43 Uhr

      Hallo Herr Münch,
      vielen Dank zurück für die aufmunternden Worte und Ihren Tipp. Das Tool „IYOPRO“ haben wir leider bisher noch nicht gecheckt. Wir sind aber immer offen für Anregungen und nehmen es deshalb in unsere „Pipe“ mit auf.

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