Neue Analyseinstrumente in ARIS 9: Abfragen und Ad-hoc-Analysen

27.10.2015 |  | ARIS Consulting, ARIS Report | Keine Kommentare

Unter den vielen Neuigkeiten in ARIS 9 sind auch zwei Tools zu finden, die eher für Administratoren geeignet sind. Es handelt sich um die Abfrage und die Ad-hoc-Analyse, die einem die Möglichkeit geben, selbst Datenbankbeziehungen zu analysieren, ohne den Aufwand, einen Report programmieren zu müssen. Diese Tools haben das gleiche Prinzip im Hintergrund, weisen aber auch gewisse Unterschiede bei der Vorbereitung, Ausführung und Ergebnisdarstellung auf. Eine Abgrenzung zwischen den beiden ist von daher nötig.

Fangen wir mit der Abfrage an. Eine Abfrage ist eine automatisierte Analyse von Datenbankzusammenhängen, die man selbst definiert hat und beliebig oft ausführen kann. Hier muss man jedoch alles abstrakt vordefinieren, bevor die Ausführung möglich wird. Man legt ein Objekt, ein Modell, eine Gruppe, eine Kante oder die ganze Datenbank als Startelement an, mögliche Nachfolgerobjekte und die Beziehungen zu ihnen werden angezeigt, man wählt alles aus, was man als Information bekommen möchte, speichert die Definition der Abfrage und erst dann kann man diese auf ein konkretes Datenbankelement starten. Ein großer Vorteil von Abfragen ist, dass sie wiederverwendbar sind und dass sie auch eine Tabellenform anbieten, die weitere Möglichkeiten zur Bearbeitung, z. B. durch Formeln, zur Verfügung stellen.

Die Ad-hoc-Analyse ist eine Visualisierung von Datenbankzusammenhängen, die graphisch als Analysepfad dargestellt wird. Diese hat zwei Ausführungsvarianten – automatisch oder schrittweise -und, im Gegenteil zur Abfrage, hat sie eine ganz konkrete Objektdefinition als Startobjekt und man muss sie nicht komplett im Vorfeld definieren, damit man zu Ergebnissen kommt. Man kann z. B. eine Definition einer Funktion als Startelement auswählen und es werden alle bestehenden Beziehungen dieser Funktion zu anderen Objektdefinitionen als Nachfolgerelemente angezeigt. So kann man Schritt für Schritt weitermachen und beliebig tief bohren, während die Ergebnisse dynamisch aktualisiert werden – auch ein Unterschied zur Abfrage, wo die Ergebnisse nach der Ausführung statisch sind.

Im Prinzip könnte man mit beiden Tools die gleichen Fragen beantworten, jedoch eignen sie sich für unterschiedliche Use-Cases. Mit Abfragen kann man besser sich wiederholende, strukturierte und planbare Fragen beantworten, Ad-hoc-Analysen würde man eher nur bei Bedarf nutzen und wenn man schnelle Ergebnisse braucht. Meiner Meinung nach sind aber beide Analysetools etwas unausgereift und nicht wirklich intuitiv zu bedienen. Sie können tatsächlich Programmieraufwand sparen, da man für einfache Fragen nicht mehr ganze Reports programmieren soll, aber wenn auch Benutzeroberfläche und Logik, vor allem bei Ad-hoc-Analysen, ein bisschen vereinfacht werden, könnten diese zwei Instrumente tatsächlich sehr nützlich sein. Ob das passiert, wird sich in den zukünftigen ARIS-Versionen zeigen.

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Dies ist nur ein GravatarAndrey Atanasov

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