Qualitätssicherung von großen ARIS-Prozessmodellen

03.04.2013 |  | Allgemein | Kommentare geschlossen

Viele Projekte im Bereich Prozessmanagement, die in großen Industrieunternehmen stattfinden, basieren auf der Aufnahme und Dokumentation einer Vielzahl von Prozessen. Angenommen, dass alle diese Prozesse mit ARIS abgebildet werden, ergibt sich natürlich die Frage, wie man sichern kann, dass die Qualität des Prozessmodells am Ende ausreichend und zielführend ist?

In den meisten Fällen fehlt in der Projektplanung eine Phase, in der man sich mit dieser Frage beschäftigt. Ich habe aber vor kurzem an einem Projekt teilgenommen, wo tatsächlich mehr als 1000 Prozesse über einen Zeitraum von 3 Monaten qualitätsgesichert wurden, und ich möchte gerne über meine Erfahrung damit berichten und auch ein paar Tipps geben.

Am Anfang der Qualitätssicherungsphase im Projekt ist es am wichtigsten festzulegen, was für ein Mindestmaß an Fehlerfreiheit erreicht werden soll. Dafür muss man sich an den Modellierungskonventionen orientieren, die man vor der Modellierungsphase des Projektes erstellt hat. Da besteht die Möglichkeit, viele Merkmale (z. B. ob alle Attribute gepflegt sind) automatisiert zu prüfen, und ein erster Tipp meinerseits ist: Alles automatisieren, was automatisiert werden kann – mithilfe von Reports ist das durchaus möglich. Natürlich bleiben darüber hinaus auch Merkmale inhaltlichen Charakters, die man sich manuell, Modell für Modell anschauen muss, aber auch diese müssen in Grenzen gehalten werden. Als Daumenregel gilt: Die Modelle müssen nach einer ersten Qualitätssicherungsrunde so gut sein, dass sie verständlich und leicht zu verfolgen sind, Nachbesserungspotential darf aber natürlich bleiben – das Thema läuft ja weiter.

Ein zweiter wichtiger Schritt ist die Dokumentation der Ergebnisse. Hier muss man wirklich rigoros vorgehen und alles möglichst genau aufnehmen – das erleichtert die Behebung der Fehler danach. In welcher Form die Dokumentation erfolgen muss, ist offen. Wir haben uns für eine versionierbare Excel-Tabelle entschieden, was sich als relativ geeignet gezeigt hat. Man kann es prinzipiell aber auch in anderen Tools machen, wichtig ist nur, dass die Veränderung des aktuellen Stands nachvollzogen werden kann, bis letztendlich alle Modelle überprüft sind.

Die größte Herausforderung bei der Qualitätssicherung liegt in der Einhaltung der Zeitplanung. Deswegen muss man von Anfang an möglichst oft und offen mit den Modellierern kommunizieren. Man muss sich dabei überlegen, ob man die Fehler nur mitteilt und dann die Modellierer bei den Korrekturen alleine lässt oder ob man sie dabei aktiv unterstützt. Ein bisschen Fingerspitzengefühl ist dabei nötig, damit man sich an die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Persönlichkeiten anpassen kann, aber wenn man das einmal erreicht, lassen sich die Fehler relativ schnell beheben, und das Unternehmen hat gute Aussichten auf eine sinnvolle erste Version seines Prozessmodells.

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Dies ist nur ein GravatarAndrey Atanasov

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