Shopfloor Managementsystem – Was ist denn das?

30.04.2014 |  | BPM Methoden | Keine Kommentare

Einige von Ihnen werden sich sicherlich fragen, was denn Shopfloor Managament heißen mag. Kurz gesagt bedeutet es „Werkstattsteuerung“. Diesen Begriff und die dazugehörige Methodik wandte ich kürzlich bei einem mittelständischen Kunden an, welcher in der Stahlindustrie tätig ist und sich einige Veränderungen sowie die Einführung neuer Prozesse in der Produktion wünschte.

Diese Methode dient der flexiblen und ressourcenschonenden Steuerung der Produktion und damit einer optimalen Auslastung der Kapazität mithilfe eines ganzen Bündels von Werkzeugen zur Optimierung der Produktion. Die Führungskräfte erlernen ein ganz neues Führungsverständnis mit neuen, einfachen Instrumenten und bringen sich intensiver in den Produktionsprozess und somit an der Basis ein. Shopfloor Management sichert den Lean-Ansatz innerhalb dieser neuen Unternehmensstruktur.

Der Hauptpunkt aus meiner Sicht ist, das Hauptaugenmerk zurück auf die Produktion zu legen und Entscheidungen nicht mehr vom Schreibtisch aus zu treffen bzw. die Produktion von dort aus zu leiten. Lassen Sie uns ein kurzes Beispiel inszenieren, um diesen Gedanken zu verdeutlichen:

Blog3_1In der Produktion wird ein runder Tisch und eine Pinnwand aufgestellt. An diesem runden Tisch treffen sich alle Mitarbeiter zu Schichtbeginn für 10 bis 15 Minuten und sprechen dabei regelmäßig die gleiche „Agenda“ durch. Die Agenda könnte die Punkte „Themen der Schicht“, „Probleme Nachtschicht“, „Schnittstelle Produktion“, „QM“ und „Instandhaltung“ beinhalten. Die Teilnehmer sind alle Personen aus der Produktion, Meister, Gruppenleiter und Abteilungsleiter (sporadisch). Wichtig ist es dabei, dass die Mitarbeiter an der Basis keine Hemmungen haben, Themen offen anzusprechen und diese klar zu adressieren.

Das Meeting wird nach der vorgegebenen Zeit beendet, auch wenn nicht alle Punkte angesprochen wurden oder alle Fragen geklärt worden sind. Unabdingbar ist dabei die disziplinierte Einhaltung dieser Meetings sowie die pünktliche und vollzählige Teilnahme. Die Abteilungsleiter werden mit dieser Vorgehensweise näher an die Produktion gebracht. Ihre Pflicht ist es dabei, die Mitarbeiter durch Aushänge bestimmter Informationen (Ist- und Sollzustand) und ggf. Kennzahlen zu informieren. Somit ist eine gewisse Transparenz geschaffen und die Mitarbeiter fühlen sich enger mit dem Betrieb verbunden.

Durch den Einsatz dieser Methode beim Kunden konnten wir Probleme schneller identifizieren, verstehen und beheben. Die Produktion läuft seitdem flüssiger und mit weniger Reibungspunkten.

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Dies ist nur ein GravatarDavid Brothanek

Zielstrebiger Analytiker mit ausgeprägtem Organisationstalent.

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